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Reform: Krankenpflege bald nur noch mit Abitur?

Die Krankenpflege steht womöglich vor einer Reform. Beim EU-Parlament gibt es derzeit Überlegungen, ob es eine Umstrukturierung bei der Ausbildung geben soll, berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) in ihrer Online-Ausgabe. Im Mittelpunk steht die Frage, ob Krankenpflegeschüler künftig nur noch zugelassen werden, wenn sie vorher zwölf Jahre lang zur Schule gegangen sind. In Deutschland entspräche dieses dem Abitur oder einem gleichwertigen Schulabschluss. Die Mittlere Reife würde demnach nicht mehr ausreichen. Die Überlegungen werden an deutschen Krankenpflegeschulen unterschiedlich bewertet.

Wettbewerb mit den Hochschulen?

„Es stellt sich bald die Frage der Akademisierung“, sagt Christoph Rzisnik, Geschäftsführer des Marienkrankenhauses in Siegen, gegenüber der WAZ. Die Krankenpflegeschulen stünden dann mit den Hochschulen im Wettbewerb um die Bewerber. Zudem hätten die Absolventen nach ihrer Ausbildung auch andere Einkommensvorstellungen und weniger Erfahrung in der Praxis. Hochschulabsolventen hätten außerdem meist mehr Interesse an Führungspositionen. Es gäbe dann einen gesteigerten Bedarf an Pflegekräften. Juliane Schneider, Schuldirektorin am Marienkrankenhaus, erklärte gegenüber der WAZ, dass man zudem einer Gruppe die Möglichkeit zur Ausbildung verwehre, mit der man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht habe, nämlich den Realschulabgängern.

Dass mit den Realschülern eine Gruppe fähiger Bewerber mit diesem Modell von dem Beruf ausgeschlossen wird, sieht Frank Fehlauer, Schulleiter der Krankenpflegeschule des Diakonieklinikums in Siegen, ebenfalls problematisch. Allerdings würde mit dem Modell auch die Attraktivität des Berufes steigen. Zudem müssten zwölf Schuljahre nicht zwangsläufig mit dem Abitur abgeschlossen werden. „Die zwölf Schuljahre sind auch in den anderen Ländern nicht gleichbedeutend mit dem Abitur“, sagt er in demselben Bericht. In Frankreich würde zum Beispiel die Vorschule dazugezählt. In Deutschland könne man zum Beispiel  eine Assistenzausbildung anzubieten, um die zwölf Schuljahre vollzukriegen.